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Berit Schultze reflektiert ihr Praktikum bei New World Foundation im Juli und August 2005 (29.8.05) Was ich vom 11.07-10.08.05 in Südafrika erlebt habe, könnte ein ganzes Buch füllen. Dieser Bericht soll einen kleinen Eindruck über das Praktikum einer Deutschen Sozialassistentin in Südafrika vermitteln. „Was erwartest du von deinem Praktikum?“ fragte mich Sabine Dreßler am 21 März noch. „Ich möchte Erfahrungen sammeln, neue Eindrücke gewinnen und meine Hilfe bei der Arbeit ihm Kindergarten anbieten“ war meine Antwort. Mit einem Lächeln sagte sie: „Dann bist du richtig.“ „Dann bist du richtig“ - Auf dem Flug nach Kapstadt, gingen mir immer wieder diese Worte durch den Kopf. Was bedeutete das für mich? Was kommt auf mich zu? Trotz 12 Stunden Wegzeit bin ich doch zu keinem Ergebnis gekommen. Erst auf dem Rückflug, als ich mein Tagebuch über die Erlebnisse meiner 4 Wochen durchblätterte, ist es mir bewusst geworden was Sabine damit meinte. In 4 Wochen lernte ich den Tagesablauf der Kindergärten in Lavender Hill, Vrygrond, Steenberg und der Vorschule der Prince George School von Lavender Hill kennen. Ich durfte auch für eine Woche an dem Ausbildungsprogramm für Erzieher/-innen teilnehmen, welches bei der New World Foundation von Priscilla Andrews fantastisch geleitet wird. Diese Zeit war ganz schön aufregend, wenn ich mich jetzt zurück erinnere. Ich erlebte einen strukturierten Tagesablauf, bei dem alle Aktivitäten zeitlich genau festgelegt sind, ganz im Gegensatz zu Deutschen Kindergärten. Die Kinder werden mit sehr viel Disziplin erzogen. In den einzelnen Gruppen, in denen die Kinder nach Altersstufen 2-3 Jahren, 4-5 Jahren und 5-6 Jahren aufgeteilt sind, arbeiten zwei Erzieher mit oft mehr als 35 Kindern. Ich lernte Menschen in Lavenderhill und Vrygrond kennen, die sich mit so viel Kraft und Mut für ein Leben in Gerechtigkeit und Frieden einsetzen. Dabei denke ich insbesondere an den kleinen privaten Kindergarten „Tinas Educar“ in Vryground. Die Leiterin Cynthia hat es geschafft, ihren eigenen Kindergarten im Hinterhof aufzubauen, um Kindern aus Vrygrond einen Ort zu geben, an dem sie spielen und lernen können. Zwischen so viel Kraft und Mut der vielen Kinder und der harten Struktur bzw. strengen Disziplin konnte ich mich selber integrieren. Ich habe mich schnell in den Tagesablauf eingelebt, habe mit den Kindern im „music ring“ afrikanische und deutsche Lieder gesungen. In der „kreative time“ haben wir gemalt und in der „Story time“ hörten sie mir gespannt beim Vorlesen der Geschichte der „drei kleinen Schweinchen“ zu. Während die Kinder von 12.00- 14.00 Uhr schlafen mussten, habe ich mich mit den Erziehern über das afrikanische und deutsche Ausbildungssystem ausgetauscht, Erziehungsmethoden diskutiert und viel gelacht. Auch wenn ich mich sprachlich nicht so ausdrücken konnte wie ich wollte, habe ich versucht mit einem Lächeln den Menschen von Lavender Hill und Vrygrond zu zeigen, dass mich ihr Leben und ihre Arbeit interessieren. Chantal, eine Erzieherin aus dem Educare von New World Foundation, sagte mir vor meiner Abreise: „Ich werde dein Lächeln vermissen!“ Manchmal ist dies mehr als große Worte. Es ist - so denke ich - wichtig, interessiert am Leben der Menschen in einem Township teilzunehmen. So kann man gegenseitig voneinander lernen und Erfahrungen austauschen bzw. sammeln - und nur dann „bist du richtig“.
10 Jahre Demokratie in Südafrika – wie gestaltet sich der Alltag? Vortrag von Dr. Johann Weusmann, Vizepräsident der Evang.-reformierten Kirche gehalten beim 2. Meeting von Friends & Family am 30.4.2005 im Kloster Frenswegen. Download als pdf hier
"Wilhelmsburg meets Township" Unter diesem Titel wird im Hamburger Abendblatt vom 23.11.2004 über das UBUNTU Projekt der Evangelischen Jugend Wilhelmsburg berichtet. Weiter heißt es:
Wie leben Leute in einem "township" in Südafrika? Die evangelische Jugend Wilhelmsburg wollte es genau wissen und gründete das Partnerschafts-Projekt Ubuntu.
Von Ann-Britt Petersen Ubuntu stammt aus der Xhosa-Sprache und steht für Menschlichkeit - "der Mensch wird Mensch durch andere Menschen", erläutert Miriam Dose (21) den Begriff. Für sie, ihre Freundinnen Canan Algan (23) und Sandra Wede (22) und zwölf weitere Mitglieder der ev. Jugend Wilhelmsburg ist Ubuntu kein Fremdwort, sondern ein reales Projekt. Gemeinsam mit Diakon Ulf Compart gründeten sie eine Partnerschaft mit jungen Leuten in Lavender Hill, einem südafrikanischen township in der Nähe von Kapstadt. "Das Ganze begann im Jahr 2000, als Esther Pheiffer unseren Kirchenkreis besuchte", sagt Sandra Wede. Die Südafrikanerin Esther arbeitete für die New World Foundation, eine Organisation, die Jugendlichen vor Ort in sozialen Einrichtungen hilft. Mit dem Austausch über das Leben in Lavender Hill und Wilhelmsburg entstand die Idee, mehr junge Leute dieser Stadtteile näher zusammenzubringen. Im März 2002 reisten schließlich sieben Mitglieder der Ubuntu-Gruppe nach Lavender Hill. "Ich war schockiert über die schlechten Lebensbedingungen dort", sagt Sandra Wede. Auch daß die Lebenswelten von Schwarzen, Farbigen und Weißen getrennt sind, waren neu: "Als gemischte Gruppe fielen wir überall auf", so Sandra Wede. Für sie war die fast vierwöchige Reise eine Bereicherung: "In Workshops mit Südafrikanern lernten wir uns gegenseitig besser kennen." Im Mai 2003 kam die südafrikanische Partnergruppe zum Gegenbesuch nach Wilhelmsburg. Nach dieser Kennenlernphase sollen die Kontakte intensiviert werden. "Wir wollen in den nächsten drei Jahren ein Hilfsprojekt in Lavender Hill aufbauen", erklärt Diakon Ulf Compart (41). Dafür will die Gruppe, die für ihr Engagement den "Förderpreis Eine Welt 2004" der Nordelbischen Kirche erhielt, im Oktober 2005 erneut nach Südafrika reisen. Die Muslimin Canan Algan aus Wilhelmsburg reist mit: Sie möchte sehen, wie die Menschen dort mit ihren Problemen umgehen, denn: "Daraus können auch wir lernen." Kontakt: Evangelische Jugend Wilhelmsburg, Ulf Compart, Tel. 040/754 01 88 Download des Artikels als pdf
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